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Martha zu „Salz und Asche“

Als ich 2006 anfing, für mein Romandebüt »Herrin wider Willen« zu recherchieren, wollte ich eine abenteuerliche Geschichte schreiben, die mitten im blutigen Geschehen des Dreißigjährigen Kriegs spielte. Das änderte sich im Laufe der Recherche, als ich feststellte, dass mir das ausweglose Elend der auf verschiedene Weise zu Tode gequälten Bevölkerung und der entwurzelten Soldaten mit ihrem Tross, die verheerten Landstriche, Hunger und Mord in Reinkultur zu hoffnungslos waren. Da kam es mir entgegen, dass die Gegend, in der meine Geschichte spielen sollte, weniger schwer betroffen war als viele andere. Ich habe mich also mehr »an den Rand des Geschehens zurückgezogen« und versucht, dennoch die Auswirkungen des Krieges im Roman spürbar zu machen.

Nachdem ich das Manuskript von »Herrin wider Willen« fertig geschrieben hatte,  blieb ich weiterhin fasziniert von der gewaltigen Kraft, mit der dieser lange Krieg die Gesellschaft und das ganze Land verändert hat. Und ich stellte mir die Frage, wie es all den traumatisierten und entwurzelten Menschen nach dem offiziellen Ende der Kriegshandlungen ergangen sein muss. Meine Gedanken dazu haben »Salz und Asche« geprägt, der 2010 als zweiter meiner Romane erschienen ist und einige Jahre nach seinem Vorgänger spielt (aber keine Fortsetzung ist).

Lüneburg ist heute eine vergleichsweise kleine Stadt, gehörte im Mittelalter jedoch wegen seines Salzreichtums zu den großen und mächtigen deutschen Städten. Spuren der damaligen Pracht finden sich in meinem derzeitigen Heimatort reichlich. Weil die Stadt auf malerische Weise an vielen Stellen noch immer zeigt, wie sie in lang vergangenen Zeiten ausgesehen hat, war es besonders reizvoll für mich, für den Roman zu recherchieren. Ich habe all die Wege erkundet, die Susanne und ihr Jan im Roman gehen, und dabei zauberhafte Winkel neu entdeckt. Seitdem sehe ich meine Stadt mit anderen Augen und lege jedem einen Besuch ans Herz.

Das alte Lüneburg

Der Neuausgabe des Romans habe ich die Abbildung eines alten Stadtplans beigefügt, der zwar viel früher gezeichnet wurde als 1656, trotzdem aber einen guten Überblick über die Stadt gibt.

Die Karte stammt aus der Wikipedia, die Anmerkungen am Rand sind von mir.

Papagoy

Noch ein Wissenskrümel zu der Romanszene mit dem "Papagoy": Ja, die Leute haben tatsächlich im 17. Jh schon Papageien als Haustiere gehalten. Und mit menschenüblicher Grausamkeit haben sie möglicherweise auch zur Unterhaltung auf sie geschossen. Es gab damals leider viele „Spiele“, die Tierquälerei einschlossen.

Das Gemälde „Der Papageienkäfig“ (siehe unten) stammt von dem niederländischen Maler Jan Steen und ist um 1665 entstanden – nur zehn Jahre nach der Romanhandlung von „Salz und Asche“.

Covergirl Nr.2

Und noch etwas Hübsches zum Ansehen: Die „Heilige Katharina von Alexandrien“ von Michelangelo Caravaggio. Diese Schönheit hat ihr Gesicht dem Romancover geliehen.